Das Bundesamt für Polizei (fedpol) unterstützt 2026 die folgenden Projekte, die zur Umsetzung des Nationalen Aktionsplans zur Verhinderung und Bekämpfung von Radikalisierung und gewalttätigem Extremismus beitragen:
Das Projekt « Négateurs d’Etat et conspiritualité : quelle influence de ces mouvements en Suisse ? » (Staatsverweigerer und Konspiritualität: Welchen Einfluss haben diese Bewegungen in der Schweiz?) des interkantonalen Informationszentrums betreffend religiöse Gruppierungen wird mit einem Beitrag von 94 363 Franken unterstützt. Das Projekt zielt darauf ab, mit einer Kombination aus Online- und anderen Umfragen, Diskursanalysen und qualitativen Interviews die Verbreitung der Sovereign-Citizens- und Staatsverweigerer-Bewegungen sowie ihre religiösen und spirituellen Wurzeln in der Schweiz zu erheben, ihre Verlautbarungen zu analysieren und die Risiken der Verknüpfung von Verschwörungstheorien und spirituellen Gruppierungen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu evaluieren. Durchgeführt wird das Projekt hauptsächlich in der französisch- und in der deutschsprachigen Schweiz.
Das Projekt «Rede mit!» des Vereins Discuss it und des Dachverbands Schweizer Jugendparlamente wird mit einem Betrag von 59’000 CHF unterstützt. «Rede mit!» ist ein Angebot zur Stärkung der politischen Teilhabe von Berufslernenden. Diese fördert das kritische Denken sowie die Entwicklung von demokratischen Werten und Kompetenzen, was Radikalisierungsprozessen entgegenwirken soll. Anhand politischer Debatten zu einer Abstimmungsvorlage bringt «Rede mit!» die Politik an die Berufsfachschule und ermöglicht den Austausch zwischen Berufslernenden und Politiker:innen. Die Lehrpersonen erhalten ein Unterrichtsdossier, mit dem die politische Debatte vor- und nachbereitet wird.
Für weitere Informationen: Raffael von Arx, +41 79 254 83 54, raffael.vonarx@discussit.ch
Das Projekt «Extremismuszone - Winterthur» der Stadt Winterthur wird mit einem Betrag von 63’000 CHF unterstützt. Es geht um die Erstellung einer digitalen Graphic Novel für Jugendliche zwischen 13 und 18 Jahren. Sie erzählt packende Geschichten über extremistische Ereignisse in Winterthur – basierend auf realen historischen Ereignissen. Neben dem Blick in die Vergangenheit entwirft das Projekt auch mögliche Zukunftsszenarien: Wie könnte Extremismus unsere Gesellschaft morgen prägen – oder überwunden werden? Winterthur steht exemplarisch für Herausforderungen, die auch andere Orte in der Schweiz betreffen.
Für weitere Informationen: Urs Allemann, +41 52 267 63 81, urs.allemann@win.ch
Das Projekt «Mind-Hack» der Kantonspolizei Thurgau wird mit einem Betrag von 36’500 CHF unterstützt. Im Rahmen des Projekts werden virtuelle Lernräume zur Prävention von Radikalisierung geschaffen: Jugendliche erleben und reflektieren interaktiv verschiedene Kommunikationsformen und -mechanismen, darunter ideologische Aussagen, Mobbing, Ausgrenzung und Peer-Druck. Eigene Beiträge und Reaktionen in sozialen Medien werden im Hinblick auf Risiko- und Schutzfaktoren kritisch analysiert und reflektiert. Das Projekt findet als Unterrichtsreihe im Klassenverband statt und beinhaltet ein Trainingsmodul für Lehrpersonen, bei dem die Schulleitungen eingezogen werden.
Das Projekt «manosphere.ch» des Vereins männer.ch wird mit einem Betrag von 67’217 CHF unterstützt. Mit dem Projekt sollen drei Ziele erreicht werden: Es soll eine neue Plattform www.manosphere.ch geschaffen werden, um Eltern und Fachpersonen niederschwellig, fundiert und verständlich Informationen über die Manosphere zu vermitteln. Den Eltern und Fachpersonen wird eine kostenlose Kurzberatung im Kanton Zürich angeboten. Ein nationales Mapping sowie eine nationale Impuls-/Vernetzungstagung sollen das Erfahrungslernen in und zwischen den Kantonen fördern.
Für weitere Informationen: Markus Theunert, +41 79 238 85 12, theunert@maenner.ch
Der Verein Public Discourse Foundation wird mit einem Betrag von 100’000 CHF unterstützt. Das Projekt stärkt Jugendliche im Umgang mit digitaler Radikalisierung und Online-Extremismus. Es werden Tools wie Krisenprotokolle und Handlungsanleitungen zusammen mit jungen Personen entwickelt. Ziel ist es, Jugendliche zu ermächtigen, schädliche Inhalte zu erkennen, empathisch zu reagieren und sich vor digitaler Gewalt zu schützen. Die Erkenntnisse werden öffentlich geteilt und durch gezielte Medienarbeit verbreitet.
Für weitere Informationen: Sophie Achermann, sophie.achermann@publicdiscourse.org
Der Verein Rhizome erhält für sein Projekt « Prévention de la radicalisation violente chez les adolescent∙es et les jeunes adultes : élaboration d’une méthode d’analyse et d’intervention en binôme et conception d’un guide pratique pour les professionnel∙les » (Prävention von Radikalisierung zur Gewaltbereitschaft bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen: Erarbeiten eines Analyse- und Interventionsansatzes im Zweierteam und Verfassen eines Leitfadens für Fachleute) einen Betrag von 75 000 Franken. Ziel des Projekts ist es, einen Analyse- und Interventionsansatz zu entwickeln, unter Einbezug von ideologischen und psychosozialen Aspekten, die für die Radikalisierung zur Gewaltbereitschaft relevant sind. Dieser Ansatz wird in Form eines Leitfadens publiziert, einerseits zuhanden sozialpädagogischer Strukturen zur Radikalisierungsprävention, andererseits für Fachleute mit dem Auftrag zur Früherkennung und zur Zusammenarbeit mit Fachstellen.
Das Projekt der Stiftung Risiko-Dialog, des Vereins Dezentrum und des Vereins Netpathie wird mit einem Betrag von 57'498 CHF unterstützt. «Gaming against Extremism» wird weiterentwickelt und spezifisch um das Element «Empathiestärkung» erweitert – vor allem im begleitenden Support-Kit und Framing des Projektes. Zudem soll das Projekt durch eine zielgruppenspezifische Kampagne sichtbarer gemacht werden. So setzen die Projektträger künftig noch früher in der Prävention an: nicht nur durch die Aufklärung über Radikalisierungsmechanismen, sondern auch durch die nachhaltige Förderung von Empathie und Resilienz bei Jugendlichen.
Für weitere Informationen: Anna-Lena Köng, +41 58 255 25 72, anna-lena.koeng@risikodialog.ch
Das Projekt der ZHAW School of Management and Law, Fachstelle für Wirtschaftsstrafrecht wird mit einem Betrag von 28'920 CHF unterstützt. Im Rahmen des Projekts werden mehrere Publikationen erarbeitet, in Zeitschriften veröffentlicht und auf Fachtagungen vertieft. Diese widmen sich primär den rechtlichen Aspekten der Radikalisierung und Gewalt, insbesondere von Jugendlichen, sowie dem Vorgehen gegen diese Phänomene. Nach der Aufarbeitung der entsprechenden Erscheinungsformen und ihrer Verbreitung folgt eine Erörterung der rechtlichen Grundlagen zu ihrer Erfassung und Bekämpfung. Dabei sollen die zielführende Anwendung der Massnahmen bei radikalisierten und gewaltbereiten Personen aufgezeigt und neue Lösungsansätze („Best Practices”) entwickelt werden.
Für weitere Informationen: Sven Zimmerlin, +41 79 201 53 34, sven.zimmerlin@zhaw.ch
Das Projekt der ZHAW Departement Soziale Arbeit, Institut für Vielfalt und gesellschaftliche Teilhabewird mit einem Betrag von 41’995 CHF unterstützt. Projektziel ist, mit einer Bestandesaufnahme die unterschiedlichen Vorgehensweisen im Schweizer Asylbereich strukturiert zu erfassen und in Form eines Mappings darzustellen. Auf Basis dieser Bestandesaufnahme wird ein Leitfaden mit Empfehlungen für Prävention und Intervention für den Asylbereich in den drei Landessprachen erstellt.
Für weitere Informationen: Miryam Eser Davolio, +41 58 934 88 76, eser@zhaw.ch
Letzte Änderung 22.01.2026